Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme. Wie viel Strom sie dafür braucht, hängt vom ganzen Heizsystem ab. Einzelne Prüfstandswerte und eine Jahresbilanz beantworten unterschiedliche Fragen.
Wärme verschieben statt nur Strom verheizen
Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe entzieht Luft, Erdreich oder Wasser Wärme und hebt deren Temperaturniveau an. Dafür benötigt sie Antriebsenergie. Die abgegebene Heizwärme besteht deshalb aus der aufgenommenen Umweltwärme und der eingesetzten elektrischen Energie. Eine Arbeitszahl über eins verletzt keine Energieerhaltung; sie beschreibt gerade diese zusätzliche Nutzung der Umgebung.
Quelle: Umweltbundesamt: Umgebungswärme und Wärmepumpen, 7.2.2025
COP und Jahresarbeitszahl unterscheiden
Der COP ist eine Leistungszahl für einen bestimmten Betriebspunkt auf dem Prüfstand. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, betrachtet dagegen Wärmemenge und Strombedarf über ein Jahr. Für einen fairen Vergleich muss auch die Bilanzgrenze gleich sein: Welche Hilfsantriebe und welcher zusätzliche Heizbetrieb sind berücksichtigt? Ein schöner Prospektwert allein ist keine Zusage für die eigene Stromrechnung.
Quelle: Umweltbundesamt: Umgebungswärme und Wärmepumpen, 7.2.2025
Ein eigenes Rechenbeispiel
Angenommen, eine Anlage liefert in einem Jahr 12.000 Kilowattstunden Wärme und benötigt innerhalb der betrachteten Bilanzgrenze 3.000 Kilowattstunden Strom. Die gemessene JAZ wäre 12.000 geteilt durch 3.000, also 4. Das ist ein fiktives Beispiel. Es sagt weder, wie viel Wärme dein Haus benötigt, noch ob eine bestimmte Anlage diesen Wert erreicht. Die tatsächlichen Betriebskosten hängen zusätzlich vom Stromtarif und weiteren Kosten ab.
Quelle: Umweltbundesamt: Umweltfreundliches Heizen mit effizienter Wärmepumpe
Auch im Bestand zählt die Ausführung
Fraunhofer ISE hat im Projekt WP-QS im Bestand 77 Anlagen messtechnisch untersucht. Solche Feldtests zeigen reale Unterschiede und ersetzen keine individuelle Auslegung. Für die Praxis sind ausreichend dimensionierte Heizflächen, passende Vorlauftemperaturen, Regelung und fachgerechte Installation wichtig. Das Baujahr allein ist deshalb kein belastbares Ja-oder-nein-Kriterium. Sinnvoll ist eine nachvollziehbare Planung mit Wärmebedarf, vorgesehenen Temperaturen und späterer Verbrauchskontrolle.
Quelle: Fraunhofer ISE: WP-QS im Bestand – Feldtest mit 77 Anlagen · Umweltbundesamt: Umweltfreundliches Heizen mit effizienter Wärmepumpe
Einfach erklärt
Die Wärmepumpe holt Wärme aus der Umgebung. Sie braucht dafür Strom. Ob sie gut arbeitet, sieht man an der gesamten Anlage und an den Messwerten über längere Zeit.
Passend dazu
Quellen geprüft am 15. Oktober 2026. Die Aussagen und Untersuchungen gelten für die jeweils genannten Bedingungen und Zeiträume. Mit KI erstellt; redaktionell verantwortlich ist Simon Büchi.
