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Der Preis für eine zusätzliche Kilowattstunde an der Börse ist etwas anderes als die vollständigen Kosten eines Kraftwerks oder der Tarif eines Haushalts. Diese Unterschiede lösen viele scheinbare Widersprüche auf.

Was die Merit Order beschreibt

Im vereinfachten Auktionsmodell werden Erzeugungsangebote nach ihrem Preis geordnet, bis die Nachfrage gedeckt ist. Die zuletzt noch benötigte Angebotsstufe bestimmt den gemeinsamen Preis. Wind und Sonne benötigen keinen Brennstoff und haben deshalb häufig niedrige kurzfristige Grenzkosten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Planung, Bau, Finanzierung und Wartung kostenlos wären.

Quelle: Bundesnetzagentur / SMARD: So funktioniert der Strommarkt

Ein eigenes Beispiel ohne Marktprognose

Angenommen, drei Angebotsstufen liegen bei 10, 30 und 90 Euro je Megawattstunde. Reichen die ersten beiden für die Nachfrage aus, wird die dritte nicht gebraucht; im vereinfachten Beispiel läge der Preis bei 30. Steigt der Bedarf, kann auch die 90-Euro-Stufe benötigt werden. Das erklärt den Mechanismus, bildet aber weder ein reales Handelsintervall noch alle Besonderheiten des europäischen Strommarkts ab.

Quelle: Bundesnetzagentur / SMARD: So funktioniert der Strommarkt

Warum der Haushalt einen anderen Preis sieht

Der modellierte dynamische Haushaltsstrompreis auf SMARD enthält neben der Beschaffung weitere Bestandteile, darunter Vertrieb, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Hinzu kommt ein Grundpreis. Ein Festpreisvertrag reicht einzelne Börsenschwankungen nicht unmittelbar durch. Ein dynamischer Vertrag hat andere Regeln und kann auch Preisspitzen weitergeben. Für die Rechnung zählt deshalb der konkrete Vertrag.

Quelle: Bundesnetzagentur / SMARD: Modellierter dynamischer Strompreis

Wie man Angebote sinnvoll vergleicht

Vergleiche dieselbe Verbrauchsmenge, denselben Zeitraum und sämtliche Preisbestandteile. Eine günstige Stunde ist kein Jahresdurchschnitt; ein niedriger Arbeitspreis kann durch einen höheren Grundpreis relativiert werden. Für die politische Diskussion sollte man außerdem Erzeugungs-, System- und Endkundenkosten auseinanderhalten. Diese Grundlagen sind keine Tarifempfehlung und enthalten keine Zusage künftiger Preise. Die Bundesnetzagentur erläutert die Bestandteile und Vertragsarten; konkrete Konditionen stehen beim jeweiligen Anbieter.

Quelle: Bundesnetzagentur: Preisbestandteile und Tarife

Einfach erklärt

An der Börse wird Strom gehandelt. Auf deiner Rechnung stehen zusätzlich das Netz und andere Kosten. Deshalb sind Börsenpreis und Haushaltspreis verschieden.

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Quellen geprüft am 15. Oktober 2026. Die Aussagen und Untersuchungen gelten für die jeweils genannten Bedingungen und Zeiträume. Mit KI erstellt; redaktionell verantwortlich ist Simon Büchi.